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Pflegemodell

Unsere Pflegemodell

Unsere Pflege findet seine Grundlagen in dem weltweit anerkannten pflegerischen Modell der “Aktivitäten, Beziehungen und existenziellen Erfahrungen des Lebens” (ABEDL©) nach Monika Krohwinkel.

In das Modell wurden die folgenden 13 Bereiche aufgenommen, die untereinander ohne hierarchische Struktur in Beziehung stehen:

 

Kommunizieren können

Die Beziehung wird gefördert und die Kommunikation unterstützt. Die Bewusstseinslage, die Orientierung in Bezug auf Person, Zeit und Raum, das Erinnerungs- und Konzentrationsvermögen gehören ebenso dazu wie die Fähigkeit, sich mündlich und schriftlich mitzuteilen.
Auch Mimik und Gestik, Ausdruck von Gefühlen und das Wahrnehmungsvermögen in bezug auf Hören, Sehen und Gesichtsfeld lesen usw. fallen in den Bereich des Kommunizierens, weiterhin das Verstehen und Erkennen verbaler und schriftlicher Informationen. Desgleichen wird die Fähigkeit, Wärme und Kälte zu empfinden und Schmerz auszudrücken, hier eingeordnet. Außerdem müssen die Pflegenden bei diesem Aufgabenbereich überlegen, welche Hilfsmittel sie zur Unterstützung benötigen.

Sich bewegen können

Die allgemeine Beweglichkeit wird gefördert und Hilfen z. B. beim Lagerungswechsel, Aufstehen, Sitzen und Gehen gegeben. Die Körperbewegung innerhalb und außerhalb des Bettes gehören dazu. Lähmungen und Spasmen, sowie sonstige Bewegungseinschränkungen werden beobachtet.
Auch Gleichgewicht und Gleichgewichtsstörungen sowie Lagerungen fallen in diesen Bereich, wobei in diesem Zusammenhang gefährdete Körperregionen beachtet werden. Der Umgang mit Kontrakturen, Dekubitusgeschwüren und lagerungsbedingte Ödembildungen gehören ebenfalls zu diesem Lebensbereich.

Vitale Funktionen des Körpers aufrechterhalten können

Es wird die Atemfähigkeit, der Kreislauf, die Wärmeregulation gefördert.
Hierzu zählt alles, was mit der Atmung zu tun hat, z. B. Husten, Verschleimung, Infekte, Atemstörungen, Atemnot. Und ebenso alles, was mit der Kreislaufsituation (Durchblutung, Blutdruck,Puls) und der Temperaturregulierung (Fieber, Schwitzen, Frieren) zusammenhängt.

Sich pflegen können

Die individuelle Körperpflege wird gefördert und unterstützt. Dabei wird auf den Hautzustand, die allgemeine Hautpflege (z.B. Kosmetik) und die spezielle Hautpflege geachtet. Beim Waschen der Pflegebedürftigen wird darauf geachtet, ob sich jemand selbständig waschen kann oder er dabei Hilfe benötigt. Es wird dabei die Pflege im Hinblick auf einzelne Körperbereiche unterschieden. Weiterhin muss auf Hautschäden (Rötungen, Schwellungen, Blasenbildungen, Ödeme, Hautdefekte, Allergien, Infektionen) geachtet werden.

Essen und Trinken können

Der Pflegebedürftige wird bei seinen individuellen Bedürfnissen und Gewohnheiten in bezug auf Essen und Trinken unterstützt. Beim Essen wird die Menge der Nahrungsaufnahme, der Appetit und das Geschmacksempfinden beobachtet, sowie die Art der Nahrungszubereitung (passierte Kost,Diäten, Sondenkost, parenterale Ernährung). Beim Trinken wird beobachtet, wie die Flüssigkeit aufgenommen wird und wie groß die Trinkmenge ist. Auch die Zähne spielen in diesem Zusammenhang eine Rolle (Zahnstatus, Situation des Zahnfleisches, Zustand der Zahnprothesen).
Das Kauen und Schlucken (Lippenschluss, Speichelfluss) und die Verträglichkeit von Speisen und Getränken (Übelkeit, Erbrechen) sind ebenso zu berücksichtigen.

Ausscheiden können

Hier steht die Förderung von Kontinenz im Mittelpunkt. Ferner werden Pflegehilfen zur Bewältigung individueller Inkontinenzprobleme gegeben. Bei der Urinausscheidung geht es um die Menge, Rhythmus, Inkontinenz, Miktionsstörungen, Harnverhalten, Harnwegsinfektionen usw., bei der Stuhlausscheidung ebenfalls um die Menge, Rhythmus, Inkontinenz, sowie Obstipation und Diarrhöen.

Sich kleiden können

Hierbei achtet man auf die individuellen Bedürfnisse bezüglich der Kleidung und versucht Unabhängigkeit in diesem Bereich zu fördern. Bevorzugte Kleidung findet Beachtung. Unterstützung beim An- und Auskleiden gehört dazu.

Ruhen, schlafen, entspannen können

Die Pflege leistet Unterstützung bei den individuellen Ruhe- und Erholungsbedürfnissen. Ein physiologischer Schlaf-Wach-Rhythmus wird gefördert und unterstützt die Pflegebedürftigen bei der Bewältigung von Schlafstörungen. Ebenso wichtig sind Phasen der Ruhe und der Entspannung, sowie die gewünschten Ruhepausen der Betroffenen. Beim Schlafen beachtet man die Schlafqualität, Schlafdauer und die Schlafzeiten.

Sich beschäftigen, lernen und sich entwickeln zu können

Hier spielen die Tagesgestaltung, Hobbys, Interessen und selbständige Aktivitäten eine Rolle, sowie die Aktivitäten, die zusammen mit anderen Personen (z. B. Angehörigen, Pflegepersonen, Physiotherapeuten, Ergo- und Logopäden) unternommen werden.

Sich als Mann/Frau fühlen können

Hier ist die Pflegearbeit gemeint, die ein positives und lebensbejahendes Selbstempfinden des Pflegebedürftigen als Mann oder Frau fördern sollte. In der Pflege ist die Sexualität des pflegebedürftigen Menschen zu akzeptieren.
Durch den intensiven Kontakt zu den Pflegebedürftigen erlebt man automatisch die Krisen mit, die ältere Menschen durch den Verlust ihrer Jugend und/oder des Partners sowie durch die Einsamkeit empfinden. Der Bereich Nähe und Distanz sowie der Lebensbereich “sich als Mann oder Frau fühlen und verhalten” werden insbesondere in Verbindung mit “sich pflegen”, “ausscheiden”, “sich kleiden”, “soziale Bereiche des Lebens sichern” und “mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen” beachtet.

Für eine sichere und fördernde Umgebung sorgen können

Die allgemeinen Selbstpflegefähigkeiten sollen gefördert werden. Zur Sicherung der Lebensführung gehört neben der Haushaltsführung auch die psychische Sicherheit. Unterstützt wird der Pflegebedürftige bei der Gestaltung seines Wohnbereiches, man schützt ihn vor Verletzungen, Einschränkungen und überlegt mit ihm zusammen, welche Orientierungshilfen für ihn dienlich sind.
Hier spielen die Ausstattung des Bettes, die Bestuhlung, Hilfsmittel zur Orientierung wie Kalender, Uhr, Zeitung, Zeitschriften, Radio, Fernsehen usw. eine Rolle.

Soziale Kontakte, Beziehungen und Bereiche des Lebens sichern können

In diesem Lebensbereich unterstützt man die Pflegebedürftigen, bestehende Kontakte aufrechtzuerhalten, und versucht ihre Integration in ein selbstgewähltes soziales Umfeld zu fördern und sie vor sensorischen Deprivationen und Isolation zu schützen. Auch die sozialen Beziehungen zu Lebenspartnern, Freunden, Nachbarn, Bekannten und den primären persönlichen Bezugspersonen werden beobachtet sowie der Beruf, die gegenwärtigen und früheren beruflichen Aktivitäten des Betroffenen und seine mit dem Beruf verbundene Verantwortung, ferner private Verpflichtungen, z. B. Sorge tragen für den Lebenspartner.
Außerdem gehört die Wohnung in diesen Bereich. Die Vor- und Nachteile der örtlichen Gegebenheiten, die Risiken wie Stufen oder Treppen, sowie die Angemessenheit von Wohnräumen, Toiletten, Flur und Badezimmerausstattung sind ebenfalls zu berücksichtigen.

Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen können

Hier ist die Begleitung in der Auseinandersetzung mit existentiellen Erfahrungen wie Angst, Isolation, Ungewissheit, Sterben und Tod gemeint .Die Pflege unterstützt ebenso bei existenzfördernden Erfahrungen wie Integration, Sicherheit, Hoffnung, Wohlbefinden und Lebensfreude. Auch Erfahrungen, die Existenz fördern oder gefährden können, z. B. kulturgebundene Erfahrungen, Weltanschauung, Glaube und Religionsausübung, lebensgeschichtliche Erfahrungen, Biographie spielen hier eine Rolle.

 

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